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Gut leben zu Hause im Quartier

Ergebnisse einer Bürgerbefragung

Pressemitteilung vom 20.11.2014
Redaktion: Claudia Braczko

Damit Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können, muss die Versorgung mit sozialen und gesundheitsbezogenen Dienstleistungen vor Ort stimmen. Dies ist ein zentrales Ziel von Proviva – gut leben zu Hause im Quartier, einem durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Europäische Union geförderten Modellprojekt in Leverkusen (www.proviva-lev.de).

Kern des Projektes, das vom Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) evaluiert wird, sind der Aufbau und die Erprobung eines Quartiers- und Gesundheitsmanagements vor Ort. Zielgruppe sind Bürgerinnen und Bürger 65plus in den Stadtteilen Opladen und Rheindorf, die zu Fragen rund um die Themen Gesundheit und Soziales informiert und beraten werden. Bei Bedarf werden die Seniorinnen und Senioren auch durch die Gesundheits- und/oder Quartiersmanagerinnen im Rahmen von Hausbesuchen direkt zu Hause betreut oder auch an andere Dienste weitervermittelt.

Um mehr Informationen über die Versorgungssituation in den beiden Quartieren zu gewinnen, wurden im Rahmen von Proviva zwei Befragungen durchgeführt, deren Ergebnisse jetzt im Rahmen von zwei Bürgerversammlungen präsentiert wurden. Rund 8.000 Bürgerinnen und Bürger über 65, die in Privathaushalten in Opladen und Rheindorf leben, wurden schriftlich zu ihrer gesundheitlichen Lage, Unterstützungsbedarf, Inanspruchnahme von und ihre Wünsche an Dienstleistungen vor Ort befragt. Der Rücklauf der Befragung ist mit 38 Prozent als sehr hoch einzuschätzen. Darüber hinaus befragte die Quartiersmanagerin in Opladen und Rheindorf jeweils weitere 40 Bürgerinnen und Bürger persönlich, um mögliche Versorgungslücken zu identifizieren.

Zentrale Ergebnisse sowie nächste Schritte sind: Viele Ältere geben an, bei Behördengängen, beim Einkauf, bei Arztbesuchen Unterstützung zu benötigen und wünschen sich einen Fahrdienst. Die Managerinnen vor Ort koordinieren nun Treffen mit den verschiedenen Akteuren, um Lösungen zu sondieren. Rund 40 Prozent der Befragten geben an, Probleme beim Treppensteigen zu haben. Auch wenn bereits rund 36 Prozent angeben, erste niedrigschwellige Maßnahmen zum barrierefreien Wohnen ergriffen zu haben, besteht rund um das Thema „barrierefreies Wohnen“ weiterer Bedarf.

Der Hausarzt ist für die überwiegende Mehrheit zentraler Ansprechpartner. Über 90 Prozent haben einen festen Hausarzt und suchen diesen auch mindestens einmal im Jahr auf. Der enge Austausch mit dem Hausarztpersonal rund um gesundheitliche und soziale Fragen sowie die Weitervermittlung durch die Hausärzte an die Quartiers- und Gesundheitsbüros können hier neue Wege der Versorgung bieten.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Elke Dahlbeck