Titelbild

Fachkräfte in die Region holen und halten

„Brain Flow“-Konferenz am Institut Arbeit und Technik

Pressemitteilung vom 25.06.2013
Redaktion: Claudia Braczko

Strategien gegen den Fachkräftemangel standen jetzt im Mittelpunkt einer internationalen Konferenz am Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) in Gelsenkirchen. Wie kann eine Region – wie z.B. das Ruhrgebiet – Hochqualifizierte, Facharbeiter sowie Uni-Absolventen an sich binden, für sich gewinnen, und sie zurückgewinnen, wenn sie schon abgewandert sind? Wissenschaftler und Praktiker aus Deutschland, Italien, den Niederlanden, der Schweiz und Spanien beleuchteten auf der Tagung aus verschiedenen Perspektiven die Bedeutung von Fachkräften/Facharbeitern und Wissensmobilität für die regionale Entwicklung.

Die Konferenz fand im Rahmen zweier Projekte des INTERREG IVC Mini-Programms “Brain Flow” statt, die vom IAT wissenschaftlich begleitet und aus dem European Regional Development Fund mitfinanziert wurden. Um Hochqualifizierte zu gewinnen, setzen viele Regionen auf Imagekampagnen und Werbung. „Oft stimmen dabei allerdings das innere und das äußere Erscheinungsbild einer Region nicht überein und die gewünschten Informationen erreichen die Zielgruppe nicht“, warnte die IAT-Wissenschaftlerin Alexandra David. „ Arbeitskräfte sind weniger mobil als angenommen, daher sollten Regionen sich nicht ausschließlich auf die Zuwanderung von außen konzentrieren, sondern eine ganzheitliche Humankapital-Agenda entwickeln.“

Abbildung IAT-Forscherin Alexandra David
IAT-Forscherin Alexandra David: „Die Wissensmobilität von Alumni-Netzwerken lässt sich für die Region nutzen!“

Ein Weg ist der Ausbau weltweiter Vernetzung, um die Wissensmobilität der Menschen zu nutzen. Statt Arbeitskräfte „zwanghaft an eine Region zu binden“, sollte man sie ziehen lassen, gleichzeitig den Kontakt zu ihnen zu behalten, um ihnen eine Rückkehr zu erleichtern und ihr neuerworbenes Wissen regional zu nutzen. Denn regionale Attraktivität hängt nicht an oberflächlichen Marketingmaßnahmen, sondern an tatsächlichen Gegebenheiten, dazu gehören z.B. gute Arbeitsplätze und eine Willkommenskultur, die Integrations-/Inklusionsfähigkeit und Diversity Management einschließt. So zeigten Umfragen, dass zwei Drittel der aus NRW Abgewanderten gerne zurückkämen, wenn das Arbeitsangebot stimmt.

Wissensmobilität ist aber nicht nur an reale Arbeitsmobilität gebunden, sondern kann durch weitere Kanäle in Regionen gelangen, um dann genutzt und verankert zu werden – dies sollten Regionen im Hinterkopf behalten. Mögliche Kanäle bestehen im Austausch von Studenten und Mitarbeitern sowie der Nutzung von Sozialen Netzwerken. Netzwerke können als Retentions- und (Re)-attraktionsinstrumente für „Expats“ agieren, dabei kommen auch Netzwerke in Frage, die vorrangig eine andere Funktion übernehmen wie z.B. Alumni Netzwerke von Hochschulen. Über sie erreicht man regional ansässige Hochqualifizierte, bestenfalls bereits Studenten (durch Aktivitäten etc.), um sie positiv auf die der Region einzustimmen.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Alexandra David