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Auf dem Weg vom Gesundheitszentrum zu überregionaler Exzellenz

IAT untersuchte regionale Beschäftigungstrends in der Gesundheitswirtschaft

Pressemitteilung vom 17.06.2008
Redaktion: Claudia Braczko

Regionen, in denen eine Universitätsklinik als Gesundheitszentrum für das regionale Umfeld auch überregionale Exzellenz entwickelt, scheinen Unternehmen aus den Vorleistungs- und Zulieferbereichen besonders anzuziehen. In einer solchen Konstellation ist neben Marburg und Münster besonders Heidelberg sehr stark, bezogen auf die Medizintechnik ragt Baden-Württemberg – und dort besonders Rottweil – heraus. Das zeigen Ergebnisse eines regionalen Beschäftigungsrankings, das vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen für die Gesundheitswirtschaft insgesamt, in der Medizintechnik sowie im Krankenhausbereich vorgenommen wurde.

Dabei ermittelten PD Dr. Josef Hilbert und Elke Dahlbeck vom IAT-Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität anhand der Beschäftigungsanteile an der Bevölkerung, welche Regionen sich durch hohe Beschäftigung und hohe Beschäftigungsdynamik im Gesundheitssektor auszeichnen. Insgesamt arbeiteten im Jahr 2006 in Deutschland 4,6 Millionen Menschen in der Gesundheitsbranche, davon etwa 82 Prozent sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 12 Prozent ausschließlich geringfügig Beschäftigte sowie 6 Prozent Selbstständige. Ein Großteil der positiven Beschäftigungsentwicklung im Gesundheitsmarkt ist jedoch durch die Umwandlung von Vollzeit- in Teilzeitstellen zu erklären. Während die Vollzeitstellen im Gesundheitssektor um 7,7 Prozent absanken, stieg die Teilzeitbeschäftigung um fast 19 Prozent. Der Trend zur Teilzeit weitet sich auch im Vorleistungs- und Zulieferbereich aus. Während dort die Vollzeitbeschäftigung um etwa 30 Prozent absank, stieg die Teilzeitbeschäftigung um 23,3 Prozent.

Unter den zehn Arbeitsagenturbezirken mit den höchsten Beschäftigungsanteilen in der Gesundheitswirtschaft an der jeweiligen Bevölkerung belegt Marburg mit 12,6 Prozent mit Abstand den ersten Platz, gefolgt von Münster mit 10,8 Prozent sowie Heidelberg mit 8,4 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 5,4 Prozent.

Die Beschäftigungsentwicklung in der Medizintechnikbranche verlief in den letzten acht Jahren mit einem Wachstum von 10,2 Prozent auf 140.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte deutlich positiv. Blickt man in die einzelnen Regionen Deutschlands, arbeiten die meisten Medizintechnik-Beschäftigten (9.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bzw. 9 Prozent aller dort Tätigen) im Arbeitsagenturbezirk Rottweil, also in den Landkreisen Tuttlingen und Rottweil.

In den Krankenhäusern und Hochschulkliniken in Deutschland arbeiteten im Jahr 2007 etwa 1,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, der Anteil der Vollzeitbeschäftigten beträgt im Bundesdurchschnitt etwa 67 Prozent. Zwischen 1999 und 2007 verlief die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Bereich konstant, jedoch erhöhte sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten um 10 Prozentpunkte von etwa 23 Prozent im Jahr 1999 auf 33 Prozent im Jahr 2007.

Mit Münster, Marburg und Heidelberg an der Spitze der beschäftigungsstarken Krankenhaus-Regionen wird die hohe beschäftigungspolitische Bedeutung der Krankenhäuser für die einzelnen Regionen erkennbar, bewerten Hilbert und Dahlbeck das Ergebnis. “Darüber hinaus wird jedoch auch die wichtige Stellung von Universitätskliniken als Auslöser und Triebkraft von Innovationen in der Gesundheitswirtschaft im Wechselspiel mit den Vorleistungs- und Zulieferbetrieben ersichtlich”.

 

Abbildung Beschäftigungsentwicklung in der Gesundheitswirtschaft

Publikation zum Thema:

Dahlbeck, Elke / Hilbert, Josef
2008: Beschäftigungstrends in der Gesundheitswirtschaft im regionalen Vergleich. Internet-Dokument. Gelsenkirchen: Inst. Arbeit und Technik. Forschung Aktuell, Nr. 06/2008 PDF

Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Elke Dahlbeck
Josef Hilbert