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Die wirtschaftliche Stärke des kooperierenden Einzelhandels / wireinz

Ziel und Aufgabenstellung

Etwa 99 % der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland gehören zum Mittelstand. Sie erwirtschaften ca. 65 % des Umsatzes im Einzelhandel. Mittelständische Einzelhändler haben eine hohe Bedeutung für die ubiquitäre Versorgung der Bürgerinnen und Bürger und sorgen für abwechslungsreiche Innenstädte. Es lässt sich jedoch seit längerem ein Rückgang des Umsatzanteils mittelständischer Unternehmen aufzeigen. Große Filialisten haben Mengenvorteile und sind in vielen Warensegmenten dominierend.

Vorgehen

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) untersuchte das Institut Arbeit und Technik (Gelsenkirchen) gemeinsam mit der Humboldt Universität zu Berlin (Lehrstuhl Prof. Dr. Kulke) die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Einzelhändler und betrachtete hierbei insbesondere die Bedeutung von Einzelhandelskooperationen (Verbundgruppen). Im Kern wurden folgende Fragen adressiert:

  • Wo und wie ist der mittelständische Non-Food-Einzelhandel besonders wettbewerbsfähig?
  • Wie können Verbundgruppen die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Einzelhändler stärken?
    Aufbauend auf statistischen Analysen, der Auswertung einschlägiger Trendstudien und Interviews mit Handelsexperten, wurden für ausgewählte Warensegmente Fallstudien durchgeführt. Hierzu wurden 33 Experteninterviews mit Verbundzentralen und Einzelhändlern geführt.

Kernergebnisse

  • Mit den Positionierungsstrategien kleiner Riese, Platzhirsch, Nischenanbieter, Nahanbieter und Diversifizierer kann sich der mittelständische Handel gegenüber Großkonzernen am Markt behaupten.
  • Für sehr viele (jedoch nicht alle) Mittelständler lohnen sich Handelskooperationen. Es hängt von der Leistungsfähigkeit und Positionierungsstrategien der Einzelhändler ab, ob und welche Kooperationsformen ihre Wettbewerbsfähigkeit fördern.
  • Für die befragten Einzelhändler sind diejenigen Leistungen der Verbundzentralen besonders attraktiv, bei deren Erbringung sehr große Mengenvorteile bzw. Synergien realisiert werden können. Hierzu zählen insbesondere einkaufsbezogene Leistungen und der Wissensaustausch im Verbund.
  • Umfangreiche und verbindliche Kooperationen sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit vieler Mittelständler (insbesondere Nahanbieter) und erhöhen die Schlagkraft der Konzept- und Systemverbünde. Dies steht jedoch in einem Spannungsverhältnis zur Individualität der Händler. Für bestimmte Einzelhändler eignen sich weniger verbindliche und umfangreiche Kooperationsformen besser zur Marktpositionierung.

PDF-Download der Studie 

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