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Transfer eines Ausbildungskonzeptes sowie Entwicklung und Implementierung eines dazugehörigen Leistungspunktesystems auf Basis ECVET zur Stärkung von Mobilität und Durchlässigkeit in der Altenpflege / AILA

Ziel und Aufgabenstellung

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Europa wächst der Bedarf nach professionellen Pflegedienstleistungen. In den meisten Ländern Europas steht ein solches professionelles Angebot noch nicht zur Verfügung. Darüber hinaus stoßen die Anforderungen an eine professionelle Altenpflege auf sehr unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Bedürfnisse. Diese Unterschiede kommen verstärkt dadurch zum Tragen, dass sowohl die zu pflegenden Menschen als auch die Anbieter von Pflegedienstleistungen aufgrund der Migration in Europa auch innerhalb der einzelnen Länder erheblich an Bedeutung gewinnen. Daher wird eine berufliche Ausbildung und Qualifizierung im Bereich kultursensibler Pflege benötigt, die auch zwischen den unterschiedlichen Ländern anerkannt wird. Da die Pflege alter Menschen in den meisten Ländern in der häuslichen Umgebung stattfindet und auch in der Bundesrepublik gerade von Menschen mit Migrationshintergrund ambulante Pflege nachgefragt wird, konzentriert sich das Projekt auf den ambulanten Bereich.

Das Projekt hat durch die Entwicklung eines übertragbaren Angebots der Altenpflegeausbildung die Grundlage geschaffen, ein System der beruflichen Aus- und Weiterbildung für diesen Sektor zu erproben. Das Projekt berücksichtigte unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Bedürfnisse der Pflege in Europa und hat durch den Aufbau eines Leistungspunktesystems eine Vergleichbarkeit und wechselseitige Anerkennung ermöglicht. Dabei konnte sich das Projekt auf die erfolgreiche Entwicklung und Erprobung eines Curriculums zur Ausbildung im Bereich der Altenpflegehilfe stützen, das mit 40 Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund in der Bundesrepublik durchgeführt wurde. Zielgruppe des Projektes waren Institutionen der Aus- und Weiterbildung in den beteiligten Ländern, die eine Umsetzung und Verbreitung des Konzeptes gewährleisteten.

Das Ergebnis des Projektes war ein abgestimmtes und erprobtes modulares Curriculum einer kultursensiblen Pflege, das über Leistungspunkte vergleichbar gemacht wird und damit zur wechselseitigen Anerkennung der Ausbildung beiträgt. Damit wurde eine wesentliche Grundlage dafür geschaffen, professionelle Altenpflege in Europa zu etablieren, die Akzeptanz des Angebotes durch die multikulturelle Orientierung zu steigern, damit Arbeitsplätze zu schaffen, die Chancen der Mobilität der Arbeitskräfte zu steigern und letztendlich die Versorgung alter Menschen in Europa zu verbessern. Das Konzept ist auch auf weitere Länder übertragbar sein und kann sowohl für Auszubildende als auch Kunden mit Migrationshintergrund in Europa zu besserer Akzeptanz und Anerkennung führen.