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Pilotstudie: "New paths of knowledge sharing in open innovation: The case of nanotechnology-related Research and Development Services" / NANO

Ziel und Aufgabenstellung

Die zentrale Fragestellung der einjährigen Pilotstudie war, welche Rolle Forschungs- und Entwicklungsdienstleister (FED) in einem neu entstehenden Hochtechnologiebereich für die dort stattfindenden Innovationsprozesse spielen. Der Fragestellung liegt die Hypothese zugrunde, dass sich mit dem verstärkten Auftreten von FED im Bereich der Nanotechnologie Innovationssysteme so verändern, dass sie dauerhaft offen sind und damit einen breiten Wissensfluss und ein differenziertes Spektrum an Innovationen quer zu bestehenden Innovationspfaden ermöglichen.

Vorgehen

Methodisch wurden Fragestellung und Hypothese anhand von mehreren Innovationsbiographien untersucht. Diese am Institut Arbeit und Technik entwickelte Methode stellt eine Ergänzung zum traditionellen Instrumentarium der Innovationsforschung dar. Denn was genau die Determinanten von Innovationsprozessen sind, kann damit nicht weit reichend genug untersucht werden. An diesem Punkt setzen Innovationsbiographien an, mit deren Hilfe detaillierte Einblicke in den Verlauf von Innovationsprozessen möglich sind. Insgesamt wurden im Rahmen der Pilotstudie fünf Innovationsbiographien durchgeführt, deren Ergebnisse sich in Bezug auf Fragestellung und Hypothese wie folgt zusammenfassen lassen:

Ergebnisse

Die Rolle von FED in der Nanotechnologie lässt sich im Wesentlichen durch ihre Wissensintensität definieren. Mit ihren Kompetenzen sind FED ein Kooperationspartner für Unternehmen, die in ihren Innovationsprozessen externes Wissen benötigen. Die hypothetisch angenommene Wissensoffenheit muss allerdings eingeschränkt werden, denn oftmals ist die Verbreitung neuen Wissens durch vertragliche Regelungen wie Geheimhaltungsabkommen gehindert. D.h., dass das Wissen von FED zwar durchaus intern kumuliert, aber keinesfalls automatisch in weiteren ähnlich strukturierten Projekten angewendet wird und auf der Ebene des Innovationssystems zugänglich ist. Auch die Vielfalt der FuE-Aufträge eines FED schmälert sich zugunsten einer Spezialisierung je länger das Unternehmen auf dem Markt tätig ist. Gerade eine vielfältige Auftragslage erhöht jedoch das Innovationspotenzial von FED bzw. ihren Kunden. Innovationstheoretisch haben FED deswegen je nach Entwicklungsstadium des Unternehmens eine unterschiedliche Bedeutung für das Innovationssystem. Insbesondere direkt nach der Gründung des Unternehmens, wenn es sich wegen des noch jungen Markteintritts in einer Orientierungsphase befindet, können Aufträge noch nicht strategisch ausgewählt werden. Das Unternehmen verfügt folglich aufgrund des unterschiedlichen Charakters der Aufträge über eine breite Kompetenzvielfalt. Dementsprechend breit sind auch die Kundenstruktur und das Innovationspotenzial. Da es auf Dauer aber zu kostenaufwändig ist, sich immer wieder neu auf andere Fragestellungen einzulassen und intensive FuE zu erbringen, mündet die Orientierungsphase in einen Selektionsprozess, der durch die strategische Auswahl eines längerfristigen Kompetenzbereichs (Spezialisierung) gekennzeichnet ist. In dieser Phase kanalisieren sich Kundenstruktur, Kompetenzen und Hauptbranchen des FED, wodurch sich auch innovative Tätigkeiten auf ein begrenztes Segment beschränken. Es geht darum, konkrete Marktfelder zu erschließen und sich dort zu etablieren. Durch die Entwicklung einer Marktstrategie soll das generierte Wissen Profit bringen (z.B. durch die Serienproduktion eines Produkts), ohne dass jedes Mal neue aufwändige FuE-Leistungen bzw. Innovationen erbracht werden.

Diese empirischen Beobachtungen der Pilotstudie münden in eine weitere Hypothese, die die oben genannte ergänzen soll:FED haben insbesondere in ihren frühen Entwicklungsphasen das Potenzial, Innovationssysteme zu verändern. Die dauerhafte Stellung als “Intermediär” des Wissenstransfers verlangt jedoch zu intensive zeit- und kostenaufwändige FuE. Mittel- bis langfristig streben auch FED eine Spezialisierung an, die ihr Flexibilitätsspektrum und somit ihren intermediären Charakter als “carrier of innovation” stark einschränkt. Offenheit in Innovationssystemen entsteht durch den dynamischen Prozess der immer wiederkehrenden Aus-/Neugründungen von FED.

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