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Expertise zu "Kompetenzen und Kompetenzentwicklung am Beispiel der Regio Rheinland" / KOMPETENZ

Ziel und Aufgabenstellung

Ziel dieser Expertise für die Hans Böckler Stiftung war es auf der einen Seite, einen Beitrag zur Diskussion um Kompetenzen und Kompetenzfelder zu liefern. Dabei stand die strukturpolitische Gestaltbarkeit verschiedener aktuell diskutierter regional-ökonomischer Konzepte im Vordergrund. Neben der Präzisierung des Kompetenzbegriffs sollte die Frage beantwortet werden, welche Kompetenzen für eine regionale wirtschaftsstrukturelle Profilierung erforderlich sind, wie fehlende Kompetenzen erkannt und wie sie strategisch ausgebaut werden können. Auf der anderen Seite sollten neben der theoretischen Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen am Beispiel der Regio Rheinland die umsetzungsorientierten Probleme und Herausforderungen dieses Konzepts diskutiert werden.

Kontext

In Zeiten von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit bekommt die regionale Ebene trotz Globalisierung eine immer wichtigere Bedeutung. Eine Profilierung der Regionen erscheint daher zunehmend sinnvoll. Die Konzepte und Strategien der struktur-politischen Diskussion haben sich in den vergangenen Jahren entsprechend stark verändert. Produktionscluster, regionale Wertschöpfungsketten und Kompetenzfelder sind Stichworte, unter denen die neuen Ansätze thematisiert werden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie von einer Profilierung innerhalb der Regionen ausgehen und dass sie hierbei regionale und sektorale Ansätze der Strukturpolitik miteinander verknüpfen. Die Fähigkeit, regionale Kompetenzen zu erkennen und zu nutzen wird daher immer wichtiger, vor allem vor dem Hintergrund abnehmender (Förder-)Impulse von Außen.

Fragestellung

Um eine weiterführende Diskussionsgrundlage für die strukturpolitische Gestaltbarkeit der genannten Konzepte, d.h. für die Umsetzung einer clusterorientierten Wirtschaftsförderung, zu schaffen, waren folgende Fragestellungen zentral:

  • Was sind “regionale Kompetenzen”? Kompetenzen werden im Regelfall aus einzelbetrieblicher Perspektive und als harte Faktoren definiert. Wichtig ist hier jedoch, welche (weichen) Faktoren in welcher Kombination entscheidend sind, um von regionaler Kompetenz (z.B. einem ‚innovativem Klima') zu sprechen.
  • Wie können Engpassfaktoren erkannt werden und wie können sie weiterentwickelt werden? Besondere Berücksichtigung soll dabei der Aspekt der Beschäftigungs- und Qualifizierungsförderung erhalten.
  • Wie können Organisationsformen zur Kompetenzentwicklung aussehen? Was sind die Anforderungen an verschiedene Akteure und wie kann eine Zusammenarbeit gestaltet werden?

Untersuchungsmethoden

Von entscheidender Bedeutung für eine effektive Nutzung des Kompetenzfeldansatzes ist die strategische Dimension. Der Anspruch für die Auswertung und Nutzung von Daten geht also weiter als etwa bei der bisherigen Diskussion um Frühwarnsysteme oder SWOT-Analysen. Erste Hinweise auf die Bedeutung und auf mögliche Engpässe einzelner Kompetenzebenen für das gesamte Cluster können mit Hilfe quantitativer Daten gegeben werden, je nach Beschaffenheit des Clusters ist eine ausgiebige qualitative Analyse jedoch unerlässlich. So konnten in der Analyse Engpässe in den untersuchten Clustern herausgestellt werden, die in der regionalen bzw. technologischen Kompetenz liegen. Die wesentliche Herausforderung für die weitere Diskussion besteht neben der Datenanalyse jedoch immer darin, eine strategische Orientierung zu vereinbaren, so dass die erste Frage nicht mehr ist “Was sagen uns Daten?”, sondern “Wo wollen wir hin”. Je nach Ausgangslage sind daher auch unterschiedliche Lösungen für ein Management der Cluster zu suchen.